Teil 2 meiner Reise nach Masuren – Toruń

Abends in Toruń – hier sind hauptsächlich viele junge Männer unterwegs – im GeoTag des Fotos wird die Straße Szeroka angezeigt, die zur wichtigsten Fußgängerzone in der Altstadt gehört.

Teil 1 meiner Reise nach Masuren beschäftigte sich mit der Hinfahrt. Und wie wir endlich in Toruń, dem früheren Thorn, ankamen und unsere Zimmer bezogen.
Ein wenig altmodisch, aber gepflegt und man sprach fließend Englisch, eine wichtige Voraussetzung für uns. Obwohl unser Sohn inzwischen schon ein bißchen Polnisch spricht.

Im Vorfeld hatte ich mir noch dieses Buch besorgt. Auch das ist keine Werbung, denn ich verkaufe hier nichts sondern schreibe meine Reiseroute hier in Tagebuchkurzform nieder.

Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten – schließlich lag eine ca. 9stündige Autoreise hinter uns – machten wir uns auf, die Stadt zu besichtigen und eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen.

Es hieß also, ein Restaurant ausfindig machen, welches uns Vegetariern das Entsprechende bot. Da unser Sohn sich dort schon auskannte, war das nicht allzu schwer.

Wir sahen uns zunächst ein wenig in der mittelalterlichen Altstadt (Stare miasto) um. Das Wetter war Anfang Mai gut, aber leider nicht so warm wie das Jahr davor!

Kopernikus begegnet man hier überall, der ja hier geboren wurde.

Dieser Esel wirkt auf den ersten Blick harmlos, ist es aber ganz und gar nicht. Denn es ist ein sog. Straf-Esel. Der Rücken ist aus scharfkantigem Eisen gefertigt. Delinquenten wurden auf diesen „Esel“ gesetzt und nach der Schwere ihrer Verbrechen evtl. noch mit Gewichten an den Füßen beschwert. Grausame Sitten!  Dabei diente der „Esel“ noch der Bestrafung kleinerer Vergehen. Der „Spanische Bock“ ist ein ähnliches Folter-Instrument. Der „Esel“ ist stammt aus dem 17. Jahrhundert, ob zu preußischer oder polnischer Zeit, konnte ich so schnell nicht herausfinden.

Schöne alte Gebäude, erinnern ein bisschen an Barcelona … mit den Balkonen …

Stare Miasto (Altstadt), an der Straße Rynek Staromiejski (Altstädter Ring in Toruń)
Und der sichtbare Laden da unten im Gebäude ist reiner Zufall, okay! Es läßt sich heutzutage eben kaum noch etwas fotografieren, das nicht irgendwelche Schilder und seien es nur Verkehrsschilder, enthält. Vielleicht gelten die neuerdings auch als Werbung 😆
Und wenn sie dann noch animiert wären ….. aber zum Glück wirken sich animierte Bilder nicht auf statische Fotos aus!

Hier gibt es die berühmten Lebkuchen (Pierniki) … am nächsten Tag würden wir dort die berühmten Thorner Katharinchen einkaufen. Leider nicht mehr für meine Mutti, der ich sie so gerne mitgebracht hätte! All die Jahre hatte sie davon geschwärmt, doch wir fanden zunächst kein Rezept. Und als wir dann eines hatten, misslangen sie mir. Inzwischen kann ich aber Lebkuchen backen.

In der Altstadt waren sogar Bodenfliesen mit einer Inschrift in Katharinchen-Form. Mariusz Rutz ist ein wohl in Polen bekannter Architekt, der in Insiderkreisen aber auch hier bekannt sein dürfte. Scheinbar ist dieser Lebkuchen so etwas wie der Stern in Hollywood (Walk of Fame)

Unser Blick fällt in diverse Lokale, denn wir wollten ja zu Abend essen …

Schließlich entschieden wir uns für ein Restaurant, in dem es vor allem die bekannten Piroggen gibt, eine Art gefüllter Teigtaschen. Für uns vegetarisch und einfach vorzüglich! Dazu ein kleiner Salat und Wasser mit Zitrone. Die Portionen gerade richtig … wir kommen gerne wieder! Besser als in Deutschland!

Wir blieben 2 Tage in Thorn, während dieser wir auch das ehemalige Wiesenburg (heute Przysiek) in der Nähe von Toruń besuchten, dem Geburtsort meiner Mutti auf dem Gut, denn so nannte sich das damals, die Anschrift wie auch ihr Geburtsort nannte sich Wiesenburg Kreis Thorn auf Gut. 😉 Doch dazu in einem Folgepost dann mehr.

Denn dazu mußten wir Toruń erst wieder verlassen – beachtenswert sind die modernen Straßen und Autobahnen in Polen, sie sind besser als in Deutschland, natürlich auch neuer, das Autofahren ist dadurch viel angenehmer. Das Bild, das über polnische Autofahrer hier verbreitet wird, entspricht nicht den Tatsachen! – Für mich stellte sich der Verkehr dort weitaus weniger hektisch dar. Wenn ich da nur an den Verkehr auf der A2 denke, wo unsere Reise praktisch ihren Anfang nahm … 😕

Nur die Verkehrsschilder sind etwas gewöhnungsbedürftig. Doch bevor es soweit war, haben wir uns tagsüber noch in der Stadt umgesehen. Auch das in einem nächsten Post, denn wie wir ja alle wissen, liest keiner in der heutigen Zeit noch gerne ellenlange Posts, daher gibt es meine Reise häppchenweise. 🙂

5 Gedanken zu „Teil 2 meiner Reise nach Masuren – Toruń

  1. Oh, wie schön: an solch eine Reise habe ich immer einmal gedacht, weil ich auch gern einmal den Ort (allerdings in Ostpreussen) sehen möchte, an dem meine Mutter geboren wurde – und von dem sie immer schwärmte. Masuren muss wirklich sehr schön sein: die vielen Seen und Wälder – und der Menschenschlag. Dabei denke ich an die lustigen kleinen Geschichtchen von Siegfried Lenz´ „So zärtlich war Suleyken“.
    Ich werde Deine Reise gern verfolgen.
    Viel Freude hier bei WordPress!
    Lo

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    • Hi, Lo,
      so weit ist das ja nicht entfernt von dort, wo ich bisher war. Und da möchte ich auch gerne noch hin. Nur muß ich leider sagen, dass sich vieles wohl sehr verändert hat, wenn nicht gar verschwunden ist. Denn meine Mutter stand im 89. Lebensjahr, als sie 2018 starb, da kannst Du Dir ausrechnen … ähnlich wird es in Deinem Falle sein.
      Eigentlich kam mir Masuren teilweise gar nicht so sehr viel anders vor als bei uns … vor allem wird es dort eine halbe Stunde eher hell und dem entsprechend früher dunkel. Die Menschen gefallen mir dort jedenfalls sehr! Hier herrscht mir schon zu sehr Mainstream, dieses Kollektive Mäntelchen nach dem Wind, Du weißt, was ich meine, glaube ich, nach dem, was Du schreibst, zu urteilen (ich kenne Deinen Blog übrigens schon länger, aber wie das so ist, man hat nur ein Leben, der Tag nur 24 Stunden …)

      Danke und liebe Grüße
      Sara

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  2. Liebe Sara,
    vielen Dank für die schönen Fotos und den Reisebericht Nr. 2. Wie schön, dass Ihr vegetarisch essen konntet, die Piroggen hätten mir auch geschmeckt ;-)))
    Danke für Deine lieben Worte zum Lavendelpost, hier kopiere ich meine Antwort, die ich unter Deinen Kommentar schrieb, hinein:
    „vielen Dank, liebe Sara,
    den Lavendel ernte ich im Juli, auch schon mal im August und verwende nur die Blüten. Diesen Geheimtipp habe ich, wenn die Blüten nicht mehr so stark duften: träufel ein paar Tropfen 100 % ätherisches Lavendelöl auf die Blüten.
    Das Kraut habe ich auch schon mal in einer Schale liegend angezündet, es duftet sehr stark und räuchert, hust… was mir nicht so gut gefiel… wahrschein nahm ich zuviel davon…hust…
    Herzlich Traudi.♥“

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    • Liebe Traudi,
      hier herrscht ja oft die Meinung, in Polen sei das Essen sehr fleischlastig, doch das stimmt heute so nicht mehr. Auf jeden Fall war das Essen sehr verträglich,was ein absoluter Pluspunkt ist, neben dem, dass es auch sehr schmackhaft war.
      Danke, dass Du Deine Antwort noch einmal hier hineinkopierst. Ich habe die Kommentare im Abo und erhalte die Antworten normalerweise. Aber so habe ich die Anleitung auch gleich hier im Blog. Herzlichen Dank!
      Ich glaube, Lavendel räuchern würde mir auch nicht gefallen. Die Räucherei ist sowieso nicht so sehr meins und mein Mann würde dann wohl „auswandern“. 😉 Aber Duftlampen mag ich gern mit Duftölen. Nur auch nicht zu häufig und viel. Als Allergiker muß ich da immer aufpassen … alles in Maßen und naturrein.

      Dann werde ich den Lavendel auch im Juli/August ernten. Manchmal ist es mir schade drum und ich war auch nicht sicher, ob ich das ganze Kraut verwenden kann.

      Liebe Grüße
      Sara

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  3. Pingback: Von Thorn nach Wiesenburg – der dritte Teil meiner Reise | Mein Waldgarten

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